Österreich 2018 (15+)

Faak am See (15+)

Gruppenfoto
 Österreich 2018 (15+)

 Die Österreich Freizeit fand vom 21.07. bis 04.08.2018 mit 32 TeilnehmerInnnen statt.
Bei dieser Maßnahme ging es darum den Jugendlichen im Alter von 15-18 Jahren ein abwechslungsreiches Angebot über zwei Wochen zu bieten, bei dem sie nicht nur die anderen TeilnehmerInnen und sich selbst, sondern auch Gott näher kennen lernen sollten.
Bei dem Haus handelte es sich um die Jugendherberge Zwergenheim in Faak am See in Kärnten, Österreich. Dies ist ein beliebter Touristenort der ein vielfältiges Angebot von Freizeitgestaltungsmöglichkeiten bietet. In unmittelbarer Nähe befinden sich mehrere Kletterparks, Wanderrouten und Seen (siehe auch: https://www.faakersee.at/de/sommer-faaker-see/). Außerdem ist die nächst größere Stadt Villach sehr gut per Nahverkehr zu erreichen und bietet ein umfassendes Angebot an Einkaufs und Erlebnismöglichkeiten. Darüber hinaus finden sowohl in Faak am See, als auch in Villach in den Sommermonaten eine Vielzahl an Festen und Veranstaltungen statt. Dies hatte den Vorteil, dass das alljährliche Streetfood-Festival direkt neben unserem Haus am Tag der Ankunft stattfand. Außerdem besuchten wir Villach während des Straßenkunst-Festivals und des Kirchentags.
Durch die Lage Faak am Sees, welches sich außerdem an der italienisch-slowenischen Grenze befindet, war es uns möglich einen Tagesausflug nach Ljubljana der Hauptstadt Sloweniens zu unternehmen. Dadurch hatten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, neben der österreichischen Kultur auch noch die slowenische kennen zu lernen und die Stadt auf eigene Faust selbstständig zu erkunden. Wobei ein Großteil sich das Künstlerviertel in Ljubljana angesehen hat.
Auch das restliche von den TeamerInnen gestaltet Programm war vielfältig und auf die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen abgestimmt. So hatten sie die Möglichkeit am zweiten Tag das Haus nach ihren Vorstellungen zu gestalten und ein Banner zu entwerfen, gegen die Teamer bei Schlag den Teamer anzutreten, einen Freizeitentanz zu entwickeln und das Bergfest selbst zu gestalten. Diese Aktionen stärkten das Wir-Gefühl der Gruppe und hatten zur Folge, dass sie außerhalb ihrer Peer-Groups miteinander kommunizieren und Ergebnisse erarbeiten mussten. Man konnte dabei beobachten, wie Gruppen wieder aufbrachen, Vorurteile und Berührungsängste verschwanden und die TeilnehmerInnen schlussendlich zu einer Gruppe zusammenwuchsen, in der es wichtig war, auf jeden zu achten, die Bedürfnisse der andere einzugehen und Kompromisse zu schließen. Gerade bei dieser Gruppe war das besonders schulend und gewinnbringend für die sozialen Kompetenzen der TeilnehmerInnen, da mehrere TeilnehmerInnen mit Beeinträchtigungen dabei waren (Autismus, fetales Alkoholsyndrom, ADHS), mit denen sie erst umzugehen lernen mussten und die es besonders zu berücksichtigen galt.
Aber auch ansonsten wurde mit dieser Freizeit ein sozialisierendes und prägendes Konzept vermittelt, da die meisten TeilnehmerInnen erstmals Aufgaben im Haushalt, sowie Kochen und für sich selbst und andere Verantwortung übernehmen mussten. Diese Erfahrungen der Selbstständigkeit sind ein wichtiger Schritt mit Blick auf die Adoleszenz und entsprechen einen lebensweltorientierten Ansatz, den meiner Meinung nach auch die Kirche, gerade in der heutigen Zeit verfolgen sollte.
Darüber hinaus ist es ein wichtiger Beitrag für die Persönlichkeitsentwicklung, mit vielen gleichaltrigen, jungen Menschen über einen langen Zeitraum hinweg zusammenzuleben, um seine eigenen Stärken und Schwächen kennen zu lernen und seinen eigenen Umgang mit anderen zu schulen.
Der aber wohl wichtigste Aspekt dieser Freizeit waren die täglichen Andachten, sowie der große Gottesdienst und die vielen kleinen Gesprächen in Kleingruppen, bei denen die Jugendlichen, die vermehrt aus einem nicht christlich sozialisierten Umfeld kamen, sich mit Gott beschäftigten und über ihn ins Gespräch kamen. Hierbei hatten sie vor allem die Möglichkeit sich über ihre eigene Glaubenspraxis und Gottesbeziehung klarzuwerden, sowie über ihre eigene Vorstellung des Christ- und Menschseins.
Daher bin ich der Meinung, dass Sommerfreizeiten ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Kirche in Hinblick auf die Nachwuchsförderung und Glaubensbildung sind, sowie ein prägendes und perspektivenerweiterndes Ereignis für Jugendliche im Alter von 15-18 darstellt, die sich an der Schwelle zum Erwachsensein befinden und ihnen hilft sich zu festigen und weiterzuentwickeln.